
| 21.05.2007 | Bildung | |
Studienkredite statt BAföG |
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| Inflation, Mehrwertsteuererhöhung und zunehmende Krankenkassenbeiträge, stetig steigende Semesterbeiträge und zwei Jahre weniger Kindergeld (das Bezugsalter des Kindergeldes wurde von 27 auf 25 Jahre gesenkt, d.h. 3696 Euro weniger pro Kind)… die Lebenshaltungskosten steigen, das BAföG tut es nicht. Und das, obwohl die unterlassene Anpassung des BAföG - Bedarfssatzes seit 2001 im Verhältnis zu den gestiegenen Lebenshaltungskosten einer tatsächlichen Senkung um 9,34% entspricht. Die Bundesregierung jedoch sieht „keinerlei Veranlassung für eine Anpassung im BAföG“ wegen des (relativen) Erfolges von Studienkrediten. Klar, das Geschäft mit Neuverschuldung von naiven Frisch-Abiturienten läuft gut. In Anspruch nehmen müssen es nur angehende Studenten aus finanzschwachen Familien, deren Eltern sich eine Vollfinanzierung ihrer studierenden Kinder nun mal nicht leisten können. Und wo anfangs „zinslose Darlehen“ versprochen wurden, wird jetzt so getan als seien 8% effektiver Jahreszins noch nett. Überhaupt scheint das ursprüngliche Ziel der BAföG-Einführungen, nämlich „Chancengleichheit“ und mehr Studierende aus oben genannten finanzschwachen Familien, längst vergessen. Schon jetzt kommen nur noch 12% der Studierenden aus einkommensschwachen Familien. Nur noch halb soviel, wie vor 20 Jahren. Schulden Die Bundesbildungsministerin Annette Schavan hält das BAföG für ein Auslaufmodell und würde es lieber heute als morgen abschaffen. Lieber sind ihr Studiengebühren und verzinste Darlehen, nur für die strebsamen Besten gibt’s ab und an Stipendien. Ein Studium kostet durchschnittlich ca. 10000 Euro im Jahr, davon können zur Zeit 8020 Euro durch BAföG und Kredite „geliehen“ werden. Bei Aufnahme eines Studienkredits würden sich die Schulden nach fünfjähriger Studienzeit bereits auf 41600 Euro plus Zinsen belaufen (bei der ersten Anlaufstelle für Studienkredite, der staatlichen KfW-Bank, liegt der Zinssatz im Moment bei 6,3%, Tendenz steigend). Dabei wird die Rückzahlung zunehmend schwieriger, denn für einen Arbeitsplatz garantiert ein Studium heute auch nicht mehr. Der Rest unserer tollen großen Koalition ist auch nicht besser: Aussagen wie „die Sanierung des Haushalts hat höchste Priorität“ und „es ist eben kein Geld da“ stehen da den unerwartet hohen Steuereinnahmen des letzten Jahres gegenüber. In diesem Zusammenhang wirkt die vielbeschworene Absicht die Studierquote erhöhen zu wollen doch eher heuchlerisch. Des weiteren macht man sich bei groß angelegten Firmensubventionen auch nicht wirklich sorgen um den Haushalt. |
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